Neuwagen- und Gebrauchtwagentrends 2011 #kfz
Die Statistiken für die ersten sieben Monate des Jahres 2011 liegen vor und wir haben uns gefragt, was steckt hinter mancher Euphorie, die dieses Jahr zu lesen war. Gibt es tatsächlich – auch ohne Umweltprämie einen Neuwagen-Boom?
Rechnet man die aktuelle Zahl von knapp 1,9 Mio. Neuzulassungen für den Zeitraum Januar bis Juli 2011 hoch, so käme man in der Hochrechnung für das Gesamtjahr 2011 auf ca. 3,1 Mio. Neuzulassungen. Dies wäre ein Wert, der nur knapp (50.000 Einheiten) über den Neuzulassungen des Jahres 2008 läge. Dabei lägen nur wenige Fabrikate signifikant über ihren 2008er Neuzulassungszahlen, z.B.:
· Dacia 56%
· Hyundai 66%
· Mitsubishi 22%
· Nissan 53%
· Seat 17%
· Skoda 18%
· VW 12%
Viele Fabrikate stehen aber schlechter als 2008 da, z.B.:
· Audi -3%
· BMW -2%
· Honda -30%
· Mazda -21%
· Mercedes -17%
· Opel -2%
· Peugeot -8%
· Renault -5%
· Toyota -20%
Also alles nur Schaumschlägerei? Ja und Nein! Zwar liegen die Neuzulassungen in etwa auf dem Niveau 2008. Das gilt aber nicht für den Gebrauchtwagenmarkt und die Zahl der Besitzumschreibungen. Hier zeichnet sich seit dem Tiefpunkt im Umweltprämienjahr 2009 mit ca. 6 Mio. Besitzumschreibungen ein deutlich steigender Trend ab. 2010 waren es bereits 6,4 Mio. Besitzumschreibungen und bei Hochrechnung der aktuellen Werte 2011 auf das Gesamtjahr könnten sich sogar 6,7 Mio. Besitzumschreibungen abzeichnen. Das wären ca. 9% mehr als im “Krisenjahr” 2008.
Natürlich bedeutet das, dass insbesondere die Händler mit einem starken Gebrauchtwagengeschäft von dieser Entwicklung profitieren. Es bedeutet aber auch, dass die Margen im Fahrzeuggeschäft enger werden, denn mit Gebrauchtwagen lässt sich tendenziell nicht soviel verdienen wie mit Neuwagen. Außerdem gewinnen Verkaufssteuerungsinstrumente wie Tageszulassungen, die sich ebenfalls margenmindernd auswirken, wieder mehr Bedeutung.
Fazit: Aus unserer Sicht stehen KFZ-Händler heute sicher besser da als in 2008. Die scheinbare Stabilität könnte aber schnell wieder zunichte werden, wenn etwa die Konjunktur aufgrund der wachsenden Verunsicherung der Verbraucher über die politischen Rahmenbedingungen (EU, USA) einbricht.
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